11.08.2006

Aus Chaostreff Aargau

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Inhaltsverzeichnis

Treffbericht

Übersicht

Am 11.8.2006 fand der erste Chaostreff im KuZeB statt. Daran beteiligt waren insgesamt 9 Leute aus dem Aargau und aus Zürich, welche sich alle bereits um 19 Uhr zum Abendessen im KuZeB einfanden. Der Treff beinhaltete die Herstellung von Glace mit Flüssigstickstoff, sowie im zweiten Teil die Diskussion vieler Ideen für weitere Projekte.

Glace mit Stickstoff

Um Glace herzustellen, benötigten wir zuerst Rahm, wobei die Konvertierung von einem Liter Vollrahm zu Schlagrahm mangels eines passenden elektrischen Apparates bereits ca eine Stunde in Anspruch nahm. Danach ging es aber um so schneller: In kurzer Zeit wurde eine grössere Menge Zucker mit dem Schlagrahm verrührt und der Inhalt zweier Vanillestängel in ca 2dl Milch gemischt. Danach mischten wir alles zusammen gut durch und kühlten es unter stetigem Rühren (wobei die 1-Meter-Holzkelle aus dem KuZeB sehr gelegen kam) durch Zugabe von Stickstoff in wenigen Sekunden auf unter 0 Grad ab. Das Ergebnis war äusserst köstlich.

Später wurde das Prozedere noch mit einer (synthetisch hergestellten) Erbeersauce wiederholt, was auch sehr gut schmeckte, aber nicht an die Vanilleglace heranreichte. Auch die späteren Versuche, Coca-Cola und Bierglace herzustellen führten nicht zu übermässiger Begeisterung; dafür aber zu komplett neuen Geschmackserfahrungen.

Mit dem restlichen Stickstoff wurden danach noch mehr oder weniger sinnvolle physikalische Versuche angestellt, wie z.B. eine massive Stickstoffschaumproduktion. Die visuellen Effekte waren dabei durchaus beeindruckend, was auch zum Vorschlag führte, bei einem folgenden Treff einen Film mit Stickstoff-Special-Effects zu drehen.

Ideen zu weiteren Aktivitäten

Im zweiten Teil wurde der geplante Linuxevent, sowie die Zukunft des Chaostreffs AG diskutiert. Dabei kamen in chaotischer Reihenfolge folgende Ideen zur Sprache:

  • Migros- und Coop-Kreditkarten: Die Chips sollten mal genauer unter die Lupe genommen werden
  • Blockcodes:
    • Die Codes auf der Aargauer Steuererklärung überprüfen - enthalten sie irgendwelche zusätzlichen Infos wie Bearbeitungszeit?
    • SBB-Billete: Sind sie fälschungssicher?
  • GSM-R: Diverse Überlegungen zur Sicherheit
  • Neue Schweizer Pässe: Überlegungen zu RFID-Sicherheit
  • Cablemodems: Diese sind immer noch relativ unsicher, was Anlass zu genauerer Betrachtung geben sollte.
  • Es gab auch verschiedene Funprojekt-Vorschläge, z.B. im Zusammenhang mit Kalium

Eine umfassende Liste findet sich unter Themenvorschläge. Ein ebenfalls wichtiger Punkt, der angesprochen wurde, ist die Sicherheit unserer eigenen Kommunikation. Vorschläge dazu beinhalten verschlüsselte Mailinglisten, ein VPN oder ein DarkNet. Konsequenterweise sollte im Falle der Umsetzung eines Vorschlags von den Teilnehmern im folgenden auch GPG sowie evtl. Festplattenverschlüsselung umfassend eingesetzt werden.

Rezept für Glace

  • 1/2 l Vollmilch
  • 1/2 l Rahm
  • 1 Tasse Zucker
  • Aromastoff

Alles in eine Metall(!)-Schüssel geben und gut vermischen.

  • ca 2 l flüssigen Stickstoff

Langsam (!) dazugeben. Mit Holzkelle einrühren, bis die richtige Konsistenz erreicht ist.

Gefahren

  • Kälte
    • LN2 hat eine Temperatur von -195.8°C; auch der Dampf kann sehr kalt sein
    • unbedingt Haut- und Augenkontakt vermeiden
    • Metall leitet die Kälte
    • Handschuhe und Brille (gegen Spritzer und Dampf) verwenden
    • Metallgefässe werden zerbrechlich, wenn sie stark abgekühlt werden - vorsichtig behandeln
    • vor dem Essen darauf achten, dass das Eis keinen Flüssigstickstoff mehr enthält (!) und nicht zu kalt ist
  • Einatmen
    • Luft besteht ca 78% aus N2, zu 21% aus O2; es also ist kein Problem, wenn N2 eingeatmet wird - solange gelegentlich auch O2 eingeatmet wird
    • 1l flüssiger Stickstoff verdampft zu mehreren 100 Litern Gas
    • nur in gut belüfteten Räumen verwenden (Erstickungsgefahr)

Zutaten

Andreas:

  • Milch
  • Rahm
  • Zucker
  • Vanillestängel
  • Erdbeersauce

Bezugsquellen für flüssigen Stickstoff

Flüssiger Stickstoff lässt sich ohne irgendwelchen Papierkrieg bei Carbagas oder PanGas beziehen, wobei PanGas mit Fr 2.80 pro Liter der billigere Anbieter ist. Eine Verkaufsstelle findet sich z.B. beim Pangas Hauptsitz in Dagmarsellen. Eine weitere Bezugsmöglichkeit ist das Gaswerk in Lenzburg. Zum Transport wird ein spezieller Thermosbehälter benötigt, dessen Miete relativ teuer ist (Tagesmiete). Wir konnten dank DSD den Behälter von einer Kantonsschule ausleihen.

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